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Wir gratulieren zum Weltfrauentag!

8 März 2021

Am Weltfrauentag feiern wir alle Powerfrauen auf der ganzen Welt. Zu diesem besonderen Anlass erzählen wir heute die Geschichte von drei bemerkenswerten, hart arbeitenden Frauen im Handwerk. Wir haben Magdalena (23), Anna-Lena (18) und Sandra (24) zum Thema "Frauen im Handwerk" interviewt.


Wie bist du zum Handwerk gekommen und wann bist du gestartet?

Magdalena: Durch gute Freunde die schon Elektriker waren und mir immer erzählt haben, wie lustig und vielseitig der Beruf ist. 2012 habe ich meine Lehre begonnen. 

Anna-Lena: Durch einen Freund der Familie, der Elektromeister ist und sich um die Elektrik bei uns zu Hause kümmert. In einem Gespräch mit Ihm fragte er mich, wie meine Pläne nach der Schule so aussehen. Zu dem Zeitpunkt war ich in der 9./10. Klasse und mir noch nicht so sicher was ich später beruflich machen möchte, geschweige denn, in welche Richtung es gehen soll. Er erzählte mir wie toll sein Job ist & das ich ja bei ihm im Betrieb eine Ausbildung machen könnte, darauf hin haben wir uns auf ein Praktikum geeinigt. Abgesehen davon, dass ich eine tolle Zeit mit dem Team hatte, haben mir die Tätigkeiten sehr gefallen. Ich war selbst etwas unsicher, da ich in der Schule nie gut in Physik war und auch so wenige Berührungspunkte mit Strom etc. hatte, aber es war so faszinierend, dass es mich nicht mehr losgelassen hat, daher folgte dann ein zweites Praktikum. Woraufhin ich dann meinen Ausbildungsvertrag unterschreib.

Sandra: Das war eigentlich eher Zufall. Ich hatte nie darüber nachgedacht Elektrikerin zu werden, obwohl es durch meinen Opa, der auch Elektriker ist, eigentlich naheliegend war. Nachdem ich nach der Schule nicht wusste, welchen Weg ich beruflich einschlagen soll, hab ich erstmal ein FSJ gemacht und danach war ich immernoch nicht schlauer, aber ich hab mich dann einfach mal bei verschiedenen Stellen als Kauffrau für Büromanagement beworben, damit ich meinen Papa nach der Lehre im seinem Autohaus unterstützen kann. Schließlich bin ich bei Elektro Saegmüller gelandet, da hab ich aber schnell gemerkt, dass Büroarbeit nicht das richtige für mich ist. Eines Tages hat dann ein Monteur einen Azubi gebraucht. Von den Elektro-Azubis war aber keiner verfügbar, also hat er mich gefragt ob ich Lust hätte. Ich hab gleich ja gesagt, weil ich aus dem Büro raus wollte. Dann ist mir aufgefallen, dass ich das Thema Elektrotechnik ziemlich interessant finde und habe intern die Ausbildung gewechselt, was auch alle in dem Betrieb unterstützt haben und toll fanden.


Was liebst du an deinem Job?

Magdalena:
Die Vielseitigkeit und das man sich nicht festlegen muss, einmal ist man auf einer kleinen Baustelle, dann auf einer großen und aber auch bei Privatkunden oder in der Industrie.

Anna-Lena:
Alles! Besonders die Vielseitigkeit und die daraus entstehende Abwechslung und somit jeden Tag neue Herausforderungen zu haben. An einem Tag montiere ich bei einer Kundin im Wohnzimmer mit weißen Baumwollhandschuhen eine Designerleuchte und am nächsten Tag stehe ich in einem Altbau, mit Gehörschutz, Staubmaske & großen Maschinen.

Sandra: Ich liebe wie abwechslungsreich der Beruf ist und das man am Ende des Tages einfach sieht, was man geschafft hat, was vermutlich jeder Handwerker sagt, aber es stimmt nun mal.


Was hindert deiner Meinung nach andere Powerfrauen daran, im Handwerk zu starten?

Magdalena: Das eigene Selbstvertrauen und viele wissen gar nicht, welches technische Geschick in ihnen steckt.

Anna-Lena: Die Gesellschaft und die vielen negativen Vorurteile. Es ist nicht „normal“ als Frau im Handwerk zu arbeiten und das ist meiner Meinung nach ziemlich traurig und sollte normal werden. Es gibt so so viele schlechte, falsche Vorurteile gegenüber dem Handwerk die nicht stimmen nicht jeder Handwerker ist ein „dummer Hauptschüler“ ganz im Gegenteil, im Handwerk braucht man so viel Wissen und es wird einem viel abverlangt. Es kann noch so viele tolle Architekten geben, wenn es keine Handwerker gibt, die es umsetzen, funktioniert das nun mal nicht und das sollte einfach bewusst sein, dass das Handwerk etwas besonderes und Goldwert ist. Momentan ist das Handwerk ziemlich unattraktiv das muss geändert werden um allgemein wieder Leute für das Handwerk zu motivieren aber vor allem auch Frauen.

Sandra: Ich glaube, dass viele gar nicht so darüber nachdenken, dass man als Frau ja auch im Handwerk arbeiten kann, weil die meisten Handwerke eben immer noch als Männerberuf dargestellt werden. Ich denke, dass man das Thema an Schulen viel präsenter gestalten sollte und dazu auch ein paar Frauen im Handwerk präsentieren und als Vorbild nehmen sollte, damit die Schülerinnen sehen, dass man auch als normale Frau so einiges schaffen kann. 


Was würdest du jungen Powerfrauen mit auf den Weg geben, die sich für einen Job als Elektrikerin interessieren?

Magdalena: Ein Praktikum machen, anschauen ob man sich das vorstellen kann und dann einfach ohne viel denken durchziehen. Es wird immer Menschen geben, die skeptisch reagieren aber heutzutage ist es nicht mehr so wie vor 20 Jahren, mit Wissen kann man das körperliche leicht ausgleichen. 

Anna-Lena: Mach ein Praktikum und schau ob es dir gefällt, such dir einen tollen Betrieb mit einem tollen Chef und tollen Mitarbeitern und trau dich! Du hast nichts zu verlieren du kannst du nur an Erfahrung gewinnen und es gibt so viele andere tolle Frauen im Handwerk, die dich dabei unterstützen wenn du Hilfe brauchst.

Sandra: Einfach machen! Denkt gar nicht so viel darüber nach. Es gibt mehr Leute die es unterstützen werden, als Leute die dagegen sind. Und wenn irgendwer was dagegen sagt, einfach weghören und zieht euer Ding durch! 


Denkst du, dass die Weiterentwicklung von hydraulischen Werkzeugen und die damit verbundene Arbeitserleichterung dazu beitragen könnte, dass mehr Frauen sich für den Beruf der Elektrikerin entscheiden?

Magdalena:
Definitiv, es entlastet schon sehr. 

Anna-Lena: Ich denke, dass es den Beruf auf jeden Fall attraktiver machen wird, viele Frauen/Mädels haben Angst, dass sie zu schwach sind für das Handwerk und damit würde dieser Gedanke schon mal direkt verschwinden. Wir selber arbeiten bei uns in der Firma mit vielen tollen Hilfsmitteln welche die Arbeit erleichtert und es gibt noch viele andere Tricks... 😉. Am Ende des Tages arbeitet man in einem Team in dem man sich gegenseitig unterstützt. Mal bin ich nicht so stark, dafür bin ich besser in der Planung als meine Arbeitskollegen und so ergänzen wir uns! 

Sandra: Um ehrlich zu sein, denke ich das nicht. Der Beruf muss einfach im allgemeinen attraktiver dargestellt werden. 


Wie ist die Reaktion anderer Menschen, wenn du von deinem Beruf erzählst?

Magdalena: Die Leute sind meist erstaunt aber auch begeistert und finden es super. 

Anna-Lena:
Einige schmunzeln am Anfang und warten darauf, dass ich es auflöse und sage: "Spaß, ich bin eigentlich im Büro". Andere sagen dann: "ja, ja du arbeitest in einem Elektrobetrieb als Bürokauffrau, oder?" Und nur wenige glauben mir von Anfang an, dass ich wirklich Elektrikerin bin. Und ich verstehe es, wenn man am Anfang ein bisschen geschockt ist, da eine Frau im Handwerk selten ist. Leider trauen mir es viel auf den ersten Blick nicht zu aber am Ende finden es alle cool und sagen mir, dass sie es toll finden und das ich weiter machen soll!
Das Feedback ist in der Regel immer super! Es macht oft auch Spaß die verdutzen Gesichter zu sehn 😅

Sandra:
Die meistens sind ziemlich erstaunt und dann auch sehr interessiert, wie ich zu so einem Beruf gekommen bin. Im großen und ganzen finden es die meisten gut, dass ich das mache.


Wie wirst du den internationalen Frauentag feiern? 🥂💃

Magdalena:
Wegen Corona leider nur zu Hause, aber ich werde mir tolle Handwerkerinnen auf Instagram anschauen.

Anna-Lena:
Ich denke, dass ich mit meiner Mama anstoße 🥂🎉. Ich wollte immer so eine Powerfrau sein wie sie und sie hat mich auf dem Weg so toll unterstützt... Danke ! Auf uns Frauen 🎉🥂👩‍👩‍👧‍👧

Sandra: Natürlich werde ich ordentlich auf Instagram für mehr Frauen im Handwerk werben! Ansonsten wird der Tag wie jeder andere Tag sein.


Verfolgen Sie den Alltag als Elektrikerin von Magdalena (electriciangirl_), Anna-Lena (Elektrikerin_2020) und Sandra (electricsandy) und folgen Sie ihnen auf Instagram!