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Ein Tag im Leben eines Elektrikers

5 August 2022

Der Beruf des Elektrikers ist nicht immer einfach. Um gefährliche Situationen zu vermeiden, muss ein Elektriker auf Sicherheit achten, gut organisiert sein und auch die kleinsten Details im Auge behalten.

Da wir neugierig sind, wie ein Tag im Leben eines Elektrikers aussieht, haben wir uns kürzlich mit Cedrik, @electrician_boy, unterhalten. Cedrik hat seine Karriere vor 11 Jahren begonnen und ist ein großartiges Beispiel dafür, wie man mit harter Arbeit und Leidenschaft sein Ziel erreichen kann. Er liebt seinen Beruf und ist überzeugt davon, dass das Handwerk in Zukunft noch wichtiger werden wird.

Lasst uns ihn besser kennenlernen!



Wie hat das alles angefangen? Wolltest du schon immer einen handwerklichen Beruf ergreifen oder hast du dich erst später dafür entschieden? Hast du eine Ausbildung gemacht?

Die meisten in meiner Familie sind Handwerker aus verschiedenen Bereichen. Mein Vater wollte immer, dass ich seinen Job erlerne, er ist Klempner bzw. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, wie man heute sagt. Ich wollte aber nie das machen was alle anderen machen. Allerdings bin ich hin und wieder bei meinem Vater mitgefahren, habe zum Beispiel bei Girls- bzw. Boys-Days mitgemacht, und viele Praktika absolviert, um überall mal reinschnuppern zu können. Ich war nach der Realschule aber unentschlossen, was ich machen wollte. Ich fand Technik schon immer interessant oder Bearbeitung von Grafiken und Videos. Trotzdem hat es mich dann zum Handwerk gezogen, da es irgendwie schon immer zu meinem Leben gehörte.

Ich habe dann 2011 in einer Firma einen Ausbildungsplatz zum Elektriker bekommen. Ich bin den ersten Tag dorthin und es war so unterirdisch, dass ich tatsächlich direkt wieder gekündigt habe. Das Arbeitsamt hat mir dann eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme angeboten. Innerhalb der Bildungsmaßnahme musste ich verschiedene Praktika ablegen. Anfang Januar 2012 habe ich dann auch meinen späteren Ausbildungsbetrieb gefunden. Zunächst war ich dort erst als Praktikant für 2 Wochen angestellt. Daraus wurden dann 4 Wochen, dann 6 Wochen und danach 8 Wochen, und im Endeffekt war ich dann dort 8 Monate. Das Praktikum habe ich dann bis Anfang September 2012 absolviert und in dem Familienbetrieb eine 3,5-jährige Lehre zum Elektriker begonnen. Ich habe in dieser Zeit alles in der Elektrotechnik gemacht, was man sich so vorstellen kann und wurde wirklich gut ausgebildet, worüber ich sehr froh bin. In der Ausbildung zum Elektriker haben mich die Themen so interessiert, dass ich die Gesellenprüfung Teil 1 und die Gesellenprüfung Teil 2 mit 1 bestanden habe. Das war ein ganz neues Gefühl für mich, denn eigentlich war ich in der Realschule immer ein schlechter Schüler.

Als ich meinen Gesellenbrief hatte, habe ich viele Bereiche der Elektrotechnik kennengelernt: von Industrie, Photovoltaik und Baustellen bis hin zur Toaster-Reparatur war alles dabei. Ich habe mit kleinen Querschnitten (0,25mm²) bis ganz großen (630mm²) gearbeitet. Durch diese Vielfältigkeit konnte man mich universell einsetzen.

Nachdem ich 1,5 Jahre als Geselle gearbeitet habe, habe ich 2018 den Meister an einer Abendschule begonnen. Die Abendschule ging 3,5 Jahre und seit Februar 2022 bin ich Meister im Elektrotechnikerhandwerk. In meinem Ausbildungsbetrieb habe ich tatsächlich insgesamt 10 Jahre verbracht. Anfang Januar 2022 habe ich meine Stelle gewechselt und bin nun als Niederlassungsleiter in einem Unternehmen angestellt, dass die Bereiche Ladestation für Elektrofahrzeuge, Photovoltaik und Batteriespeicher abdeckt. Mein Einzugsgebiet ist Hamburg und 100 km Umgebung. Wir sind dort 5 – 6 Kollegen, stetig steigend, und in ganz Deutschland 130.



Hast du überlegt dich selbständig zu machen?

Ich habe lange über eine Selbständigkeit nachgedacht. Irgendwann ist es mit der Meisterschule ja vorbei und ich habe mich gefragt, was ich danach damit anfangen werde. Eigentlich war der Plan, das Unternehmen, wo ich meine Ausbildung absolviert habe, zu übernehmen. Es gab damit aber leider ein paar Komplikationen. Option B war dann die Selbständigkeit und Option C ein anderes Unternehmen. Ich habe mich dann für C entschieden. B wäre aber auch nichts, was ich auf längere Sicht ausschließen würde.



Arbeitest du alleine oder mit Kolleg*innen?

In der Regel arbeiten wir immer als Team, was die ganze Sache angenehm macht. Ich bin ein absoluter Teamplayer. Wir sind auf der DC-Seite (Gleichspannungsseite auf dem Dach) und auf der AC-Seite (Wechsel- oder Drehstromseite im Keller) tätig. Auf der Kellerseite sind wir immer mit 1 – 2 und auf der Dachseite mit 3 Kollegen tätig. Wir turnen also immer mit 4 – 5 Leuten auf der Baustelle rum und versuchen alles gleichzeitig abzudecken. So ist es für alle am angenehmsten, da wir im Team arbeiten und uns jederzeit unterstützen können. Wenn z. B. mal ein Dachdecker ausfällt, gehe ich auch aufs Dach und führe die Arbeiten vom Montagehelfer aus. Bei uns wird Team eben groß geschrieben.



Wie sieht ein Arbeitsalltag in deinem Leben aus? (Montag - Freitag)

Die Regelarbeitszeit geht montags bis freitags von 7:00 Uhr bis 15:45 Uhr. Meist bin ich der Erste im Betrieb und starte um kurz vor 7 damit, alles aufzuschließen. Danach macht sich jeder seinen Kaffee und wir treffen uns im Aufenthaltsraum. Das läuft jeden Morgen so ab und ist aufgrund des Teambuildings quasi Pflicht, um auch den Draht zu den Kollegen nicht zu verlieren. Wir unterhalten uns über den Tag und über alles, was ansteht. Danach schwärmen wir aus und es werden die Fahrzeuge beladen. Die Fahrzeuge zu entladen versuchen wir meist am Vortag zu erledigen, sodass wir morgens nur noch beladen müssen.

Ein typischer Baustellentag läuft folgendermaßen ab:

Nachdem wir uns morgens alle im Aufenthaltsraum getroffen und die Fahrzeuge beladen haben, fahren wir zu den Baustellen. Ein normaler Ablauf auf der Baustelle ist, dass der Gerüstbauer schon ein paar Tage eher dort war und alles aufgebaut hat. Wenn wir angekommen sind, richten wir die Baustelle für uns ein, das heißt alles wird aus dem Fahrzeug geladen, parat gepackt und Akkumaschinen und Schrauben dahin sortiert, wo sie hingehören. Es werden Stationen mit Ladegeräten und Kabeltrommeln aufgebaut, so dass wir immer einen vollen Akku zur Hand haben. Dann erledigen wir die Elektroarbeiten auf der Baustelle und treffen uns nachmittags wieder in der Firma. Meist trinken wir dann noch einen Kaffee, oder, wer mag ein Bier zusammen und bereden den vergangenen Tag. Gibt es Probleme, was muss noch gemacht werden, wie lange brauchen wir noch, muss ich mich um irgendetwas kümmern? All das wird besprochen. In der Regel werden danach die Fahrzeuge entladen, je nachdem wie spät es schon ist.

Es kommt natürlich auch vor, dass wir mit dem Energieversorger zu Kunden müssen und wir eine Zählerabnahme bzw. Inbetriebnahme der Anlage machen, damit die Anlage offiziell ans Netz gehen kann.

Einen VOT-Tag (Vor-ort-Termin) habe ich immer mittwochs:

Morgens und nachmittags ist der Ablauf wie bereits vorher erklärt. An dem sogenannten VOT-Tag fahre ich ausschließlich zu Kunden raus und besichtige die Häuser vor der Montage. Ich schaue mir die Gegebenheiten an, damit es am Baustellentag keine Überraschungen gibt und informiere mich über die Elektroanlage: Was müssen wir ergänzen, erneuern, erweitern? Außerdem schaue ich mir die Verlegesysteme an und prüfe, wie wir was einrichten können, wie wir mit den Kabeln vom Dach in den Keller kommen und so weiter. Das spreche ich dann alles mit dem Kunden durch, damit am Baustellentag alles glatt läuft.

Freitags ist mein Bürotag:

An diesem Tag arbeite ich alles ab, was in der Woche so liegen geblieben ist. Das sind beispielsweise die Abnahmedokumentation, Emails, Reisekostenabrechnung für Kollegen, die auf Montage waren, Auslagenerstattung, Material- und Kleidungsbestellungen. An diesem Tag nehme ich mir auch Zeit für das persönliche Befinden der Mitarbeiter, seien es familiäre Probleme, Krankheiten, Urlaube und so weiter. Ein offenes Ohr für meine Kollegen habe ich aber natürlich auch an jedem anderen Tag.

Also Langeweile hat man in dem Job nicht 😉


Welche Klauke Werkzeuge benutzt du und wie oft?

Seit Mai besitze ich die EK30IDML, die ich im Rahmen der Klauketester-Aktion ergattert habe. Das Werkzeug ist bei mir jeden Tag im Einsatz. Das Presswerkzeug stellt für mich auf jeden Fall eine Arbeitserleichterung für Rohrkabelschuhe dar. Besonders gefällt mir dabei der drehbare Kopf, mit dem ich in alle Ecken komme. Viele weitere Klauke-Werkzeuge sind bei mir im Einsatz, zum Beispiel:  

VDE-Seitenschneider KL040145IS

Seitenscheider KL04580IS

Abisolierwerkzeug K433

Automatische Abisolierzange K432U

Hand-Schneidwerkzeug K118

Presswerkzeug K32 TWIST-it

Selbsteinstellendes Presswerkzeug K30/6 K



Was ist dein Lieblingswerkzeug von Klauke?

Mein absolutes Lieblingswerkzeug von Klauke ist die VDE-Kabelschere KL010160IS, die ebenfalls jeden Tag bei mir in Einsatz ist. Die Kabelschere hat eine richtig gute Haptik und Schneidkraft. Außerdem ist sie universell einsetzbar.



Eine Nachricht an die Leute, die einen Job im Handwerk oder sogar als Elektriker beginnen wollen

Das Elektrohandwerk ist ein ganz tolles und vielfältiges Handwerk. Viele verbinden damit vielleicht ein paar Schalter und Steckdosen auf einer Großbaustelle einzubauen und Kabel in die Wände zu fixieren. Der Job bietet aber so viel mehr und ist unheimlich facettenreich. Wenn man in jedem Bereich des Elektrohandwerks reinschnuppert, findet man wirklich vieles, was unheimlich Spaß macht. Sei es in der Industrie, Alarmanlagen, Netzwerk, Telefonanlagen, Photovoltaik oder Batteriespeicher. Im Photovoltaikbereich kann man zum Beispiel etwas für die Energiewende tun. Das Handwerk hat auf jeden Fall Zukunft. Ich liebe meinen Job. Außerdem: wenn man sein Handwerk beherrscht und es so führt, wie es angesehen ist, kann man auch eine Menge Geld verdienen.



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