Kabeleinzugstechnik – richtig einsetzen

Verlegung von Kabeln

Die Verlegung von Energie- und Datenleitungen, von Antennenkabeln sowie von Telefon- oder Kommunikationsleitungen für Sprech- und Videoanlagen ist in Wohn- und Gewerbebauten tägliche Praxis und gehört in der Elektroinstallation zu den Grundarbeiten. Kabeleinziehbänder von Greenlee haben sich in diesem Arbeitsgebiet als technisches Hilfsmittel bestens bewährt. Damit die verschiedenen Einziehbänder richtig eingesetzt werden, soll dieser Bericht einen Überblick über die verschiedenen Ausführungen geben und die jeweiligen Vorteile sowie die bevorzugten Einsatzgebiete verdeutlichen.

AUF EINEN BLICK

Nylon- und Perlon®-Einziehbänder: Günstig und einsetzbar für viele Anwendungen
Stahl-Einziehbänder: Sehr robust und flexibel
Glasfaser-Einziehbänder: Extrem hohe Schubkraft
Glasfaser-Einziehstangen: Präzise einsetzbar für lange Strecken
Polyester-Einziehbänder: Flexibel und extrem niedrigen Reibungswiderstand

Nylon- und Perlon®-Einziehbänder

Die Einziehbänder Nylon und Perlon® sind aufgrund ihrer günstigen Kosten und ihrer universellen Einsetzbarkeit sehr weit verbreitet (Bild 1). Der wesentliche Unterschied zwischen Nylon und Perlon® liegt in der chemischen Herstellung. Nylon wird aus Hexamethylendiamin und Perlon® aus Caprolactam hergestellt. Sowohl Nylon als auch Perlon® beschränken sich aber auf Einsatzorte, wo keine übermäßigen Stoß- und Zugkräfte gefordert sind. Desweiteren weisen sie einen erhöhten Reibungswiderstand auf und nutzen sich deshalb auch schneller ab als andere Einziehbänder wie bspw. Polyester oder Stahl. Nichtsdestotrotz sind sie bei gelegentlichen Kabeleinzieharbeiten sehr empfehlenswert.

Stahl-Einziehbänder

Stahl-Einziehbänder (Bild 2) sind sehr robust und vereinen eine hohe Flexibilität mit einer hohen Stabilität und sind daher auch zum Einziehen schwererer Leitungen über lange Strecken geeignet.

Hinweis: Aufgrund ihrer Leitfähigkeit ist dringendst darauf zu achten, dass das Stahl-Einziehband nicht in Kontakt von spannungsführenden Leitern kommt!

 

Glasfaser-Einziehbänder

Glasfaser-Einziehbänder bestehen aus einzelnen Glasfasern die in ein elastisches Polyesterharz eingebettet und durch eine Kreuzschlagwicklung zu einem kompakten Kern gebunden sind. Diese wellige Außenschicht übernimmt die Oberflächenspannung und die Biegebelastung. Eine Ummantelung aus hochabriebfestem Polypropylen als Gleitschicht verringert den Reibungswiderstand.

Glasfaser-Einziehbänder (Bild 3) zeichnen sich durch eine besonders hohe Schubkraft aus und werden bevorzugt zur Verlegung von Telekommunikations- und Datenleitungen genutzt. Glasfaserbänder können speziell den Anforderungen auf der Baustelle angepasst werden, d.h. je dicker das Glasfaserband ist, desto größer ist die Schubkraft.

Hinweis: Sowohl beim Stoßen als auch beim Ziehen muss jeglicher Knick verhindert werden. Eine solche übermäßige Biegung kann das Band an jeder Stelle zerstören.

 

Damit das Glasfaser-Einziehband ordentlich verstaut ist, bietet Greenlee Glasfaser-Einziehbänder in Speedy Spinner Gehäusen oder auf Smart Butler-Haspeln. Für den regelmäßigen Einsatz sind Einziehbänder mit Wicklergehäuse zu empfehlen. Diese ermöglichen ein schnelles Aus- sowie Einziehen und damit einen schnelleren Arbeitsfortschritt. Zudem sind die bis über 40m langen Einziehbänder im Gehäuse „ordentlich“ untergebracht und gut geschützt, was letztendlich der Lebensdauer zugutekommt.

Glasfaser-Einziehstangen

Glasfaser-Einziehstangen zeichnen sich durch eine sehr hohe Schubkraft aus und ermöglichen sowohl das Ziehen als auch das Schieben von Kabeln in Hohlböden, Hohldecken, Trockenbauwänden und Kabelkanälen, bei denen keine Kabelführung, z.B. Leerrohre, vorhanden sind (Bild 4).
 
Zusammengeschraubt können die geraden Stangen auch über eine längere Strecke präzise geführt werden. Verschiedene Zubehörteile, wie z.B. LED-Lampe, Magnet oder Spezialhaken ergänzen das System.

 

Polyester-Einziehbänder

Polyester-Einziehbänder (Bild 5) sind sehr flexibel. Hochwertige Ausführungen mit dreifach gedrilltem Band, wie Greenlee sie anbietet, weisen nicht nur einen extrem geringen Reibungswiderstand auf, sondern sind auch nahezu unzerbrechlich. Die Bruchlast steigt mit zunehmendem Durchmesser. Sie kann von 2,5 kN bei einem 4,5 mm Band und bis zu 5 kN bei einem Band von etwa 6 mm betragen. Außer einer hohen Bruchlast bietet das Band auch Schubstabilität. Nur so kann es auch über Richtungsänderungen oder auf langen Strecken eingebracht werden. Auch hier bietet Greenlee das Einziehband mit Wicklergehäuse an - „Flexi Spinner“ für eine professionelle Kabeleinziehtechnik mit geringem Kraftaufwand und hoher Zeitersparnis.

Hinweis: Der schwächste Teil am Polyester-Einziehband ist die verpresste Zugöse. Die Festigkeit einer solchen Verbindung liegt i.d.R. unterhalb der Bruchlast der Bänder.

Vergleichstabelle: Nylon/Perlon® – Stahl – Glasfaser – Polyester

Material
(Durchmesser)
Geeignet für
Rohrdurchmesser
Min. Kurvenradius Schubkraft Bruchlast Einsatz-Zugkraft mit
Anfangs-/Endhülse
Nylon/Perlon®
3,0 mm
16 - 25 mm 80 mm + 200 kg 120 kg
Stahl
4,0 mm
16 - 25 mm 80 mm + 250 kg 130 kg
Glasfaser
4,5 mm
40 - 60 mm 310 mm +++ 1200 kg 200 kg
Polyester
4,5 mm
16 - 32 mm 100 mm +++ 250 kg 130 kg

Praktische Hinweise für den Kabeleinzug:

Um ein möglichst reibungsloses Arbeiten auf Baustellen sicherzustellen, bietet Greenlee diverse Zubehörteile an:

Mit einer Kabeleinziehhilfe (Bild 6) kann zusätzliche Kraft zum Einschieben oder Ziehen auf das Band gebracht werden. Die Hände werden dabei effektiv geschont.

Die auswechselbaren Federführungsköpfe und Zugösen (Bild 7) lassen sich vor Ort an die Gegebenheiten anpassen und man spart viel Zeit für Improvisationen.

Das Einziehen wird auch bei kleinen und mittleren Kabeldimensionen durch Kabelstrümpfe erleichtert (Bild 8). Ein Abisolieren und Anbinden entfällt komplett. Speziell für die Gebäudetechnik konstruierte kleine Kabelstrümpfe für >= 6 mm bringen die Zugkraft auf die gesamte Strumpflänge. Empfohlen für den Einsatz bei besonders empfindlichen Leitungen wie z.B. Lichtwellenleiterkabel.

Wird das Band vor dem Einführen an der Spitze mit Gleitmittel oder Gleitschaum (Bild 9) aufgetragen bzw. eingesprüht, reduziert man merklich den Reibungswiderstand um rund 80%.