Die Speziellen: Rohrkabelschuhe für Sonderanwendungen

Viele Elektrotechniker kennen aus der Praxis sicherlich das Problem, dass Standardkabelschuhe nicht verwendet werden können, weil sie zum Beispiel nicht exakt mit den Leitern zu-sammenpassen. Beim Versuch, einen fein- oder feinstdrähtigen Leiter in einen Kabelschuh zu schieben, kommt es dann zum Problem: Das Kabel spleißt auf und die Drähte finden nicht den vorgesehenen Weg in den Kabelschuh. Um solche ärgerlichen Fälle von vornherein zu vermeiden, bietet Klauke eine große Auswahl an Sonderkabelschuhen an. Falls Sie doch mal keine Lösung in unserem Katalog finden, sprechen Sie uns an.

Mit diesen speziellen Kabelschuhen lassen sich alle Leiterklas-sen problemlos verbinden. Ihre Bauart orientiert sich an den besonderen Eigenschaften der unterschiedlichen Klassen von Leitern, die in der DIN EN 60228 definiert sind. Das sind im Einzelnen: 

 

  •  runde eindrähtige Leiter (re) der Klasse 1 (auch Massivleiter genannt)
  • runde mehrdrähtige Leiter (rm) der Klasse 2
  • feindrähtige Leiter der Klasse 5 (auch als flexible Leiter bezeichnet)
  • feinstdrähtige Leiter der Klasse 6 (auch hochflexible Leiter genannt)

 

 

 


F -Kabelschuhe: Spezialisten für fein- und feinstdrähtige Leiter

Mit dem Einsatz von Rohrkabelschuhen der Baureihe »F« lässt sich das häufig auftretende Problem des Aufspleißens bei fein- und feinstdrähtigen Leitern der Klassen 5 und 6 nach DIN EN 60228 vermeiden. Sie eignen sich z.B. für die Verarbeitung größerer Leitungsquerschnitte im Schaltschrankbau, in Galvanisierungsbetrieben oder für den Einsatz in Schienenfahrzeugen. F-Rohrkabelschuhe verfügen im Vergleich zum normalen Kabelschuh über einen größeren Rohrdurchmesser. Außerdem werden sie in aufwändigen Herstellungsverfahren trichterförmig aufgeweitet, was eine bessere Kabeleinführung gewährleistet. So ermöglichen F-Rohrkabelschuhe ein leichtes und sicheres Einführen des Leiters.

Das hat natürlich auch sicherheitstechnische Auswirkungen: Eine Querschnittsverjüngung durch abgeknickte und nicht eingeführte Litzen wird verhindert, so dass der volle Querschnitt des Leiters erhalten bleibt.

Auch F-Rohrkabelschuhe verfügen über Markierungen. Diese fallen wie folgt aus: Die Prägung » 710F12 K12-150f« steht für 

  •  K: Herstellerkennung (hier Klauke)
  • 12: Metrische Schraubenabmessung der Bohrung für den Anschlussbolzen (hier Schrauben M 12)
  • 150: Nennquerschnitt des Leiters in mm²
  • f: Rohrkabelschuh der Baureihe »F« (feindrähtig)
  • 710F12: Artikelnummer des Kabelschuhs

 

Als fachgerechte Pressverfahren für F-Kabelschuhe bieten sich z.B. die Dorn- und die Vierdornpressung bzw. die Kerbung mit den jeweils geeigneten Werkzeugen an.

Passend zu den Rohrkabelschuhen der Baureihe »F« bietet Klauke auch entsprechende Stoßverbinder für Leitungsver-längerungen oder Reparaturzwecke an. Die empfohlenen Verpressungsarten entsprechen denen der F-Rohrkabelschuhe. Kabelschuhe und Stoßverbinder der Baureihe »F« bestehen aus Elektrolyt-Kupferrohr. 

Um einen Schutz vor Korrosion sicherzustellen, sind auch diese Kabelschuh-Typen galvanisch verzinnt. Die handelsüblichen Leitungsquerschnitte liegen zwischen 10 mm² und 300 mm². Ebenfalls erhältlich sind neben geraden Ausführungen auch abgewinkelte Ausführungen von 45° oder 90° sowie Modelle mit Sichtloch, bei denen man praktischerweise erkennen kann, ob der Leiter komplett in den Kabelschuh eingeschoben wurde.

Kabelschuhe aus dem Hause Klauke werden in einem besonde-ren Herstellungsverfahren geglüht. Dadurch werden Spannungen aus dem Material entfernt und die Bruchgefahr wird deutlich reduziert, was zusätzliche Sicherheit gibt.


Rohrkabelschuhe für eindrähtige Leiter (re)

Eindrähtige Leiter der Klasse 1 nach DIN EN 60228 lassen sich am besten mit Rohrkabelschuhen der Baureihe »E« (Kabel-schuhe für Massivleiter) verpressen. Diese bestehen ebenfalls aus verzinntem Elektrolyt-Kupfer. Die Besonderheit dieser Rohr-kabelschuh-Reihe liegt im angepassten Rohrdurchmesser, durch den eine optimale Pressung von massiven Leitern gewährleistet wird. Zu den Einsatzgebieten zählen Bereiche, in denen mit massiven Einzeldrähten gearbeitet wird – beispielsweise im Trafo- und Motorenbau. Für diese Kabelschuhe empfehlen wir die Doppeldorn- und die Sechskantpressung.

Rohrkabelschuhe für eindrähtige Leiter sind neben dem geringeren Durchmesser an ihrer Markierung zu erkennen: An letzter Stelle der Prägung steht ein »E« für eindrähtig. Also zum Beispiel.: KL 10 50 E. 

Zu den Rohrkabelschuhen der Baureihe »E« gibt es passende Stoßverbinder sowie T- und Kreuzverbinder mit entsprechendem Innendurchmesser für eindrähtige Leiter.


Rohrkabelschuhe für schmale Schaltgeräteanschlüsse

Im Schaltschrankbau stehen Monteure vor mehreren Heraus-forderungen. Abgesehen davon, dass üblicherweise beengte Platzverhältnisse die Arbeit erschweren, erweisen sich die Anschlüsse von Leitern an leistungsstarken Schaltgeräten als besonders knifflig – ab einem gewissen Leitungsquerschnitt passen herkömmliche Rohrkabelschuhe nicht mehr in die dafür vorgesehene Anschlussklemme. Für diese schwierigen Anwendungen wurden spezielle Rohrkabelschuhe für Schaltge-räteanschlüsse (»SG-Kabelschuhe«) entwickelt, die über einen wesentlich schmaleren Flansch verfügen, der problemlos mit dem Schaltgeräteanschluss kompatibel ist.

Der Flansch solcher Kabelschuhe ist nicht nur viel schmaler als es bei einem herkömmlichen Kabelschuh der Fall ist, sondern auch etwas dicker. Der Grund liegt in der Herstellung, bei der die gleiche Menge an Elektrolyt-Kupfer verwendet wird wie für einen herkömmlichen Rohrkabelschuh.

Diese Form der Rohrkabelschuhe ist damit bestens für den Einsatz im Schaltschrankbau geeignet. Diese lassen sich genau wie die Rohrkabelschuhe „Normalausführung“ verarbeiten. Hierfür geeignete Pressformen wären zum Beispiel die Sechs-kantpressung, die Dornpressung oder die Kerbung.

Die Bohrungen sind an die Abmessungen von Anschlussklemmen gängiger Schaltgeräte angepasst. Auch hier gibt es Ausführungen mit praktischem Sichtloch.

Wir raten dringend davon ab, den Flansch von Rohrkabelschu-hen der Normalausführung seitlich abzuschneiden, damit er 

in die Anschlussklemme des Schaltgeräts passt. Solche Manipulationen können sehr gefährlich werden. Im schlimmsten Fall droht Brandgefahr, da der Querschnitt des Kabelschuhs verringert wird.

Aus dem Klauke Produktprogramm:

> Rohrkabelschuhe für Schaltgeräteanschlüsse


Edelstahl und Nickel - Rohrkabelschuhe für aggressive oder hoch temperierte Umgebungen

Widrige Umgebungen verlangen ebenfalls nach speziellen Kabelschuhen. Rohrkabelschuhe aus Edelstahl und Nickel halten so ziemlich allem Stand und eignen sich hervorragend für die Verpressung mit Kupferleitern.

Edelstahl-Rohrkabelschuhe sind besonders säure- und korro-sionsbeständig, wodurch sie für den Einsatz in der chemischen Industrie und im Lebensmittelbereich prädestiniert sind oder für Bereiche, in denen das Material Meerwasser ausgesetzt ist. Edelstahl ist nicht nur sehr resistent gegen Säure, sondern auch beständig bei hohen Temperaturen. Deshalb können Kabel-schuhe aus Edelstahl problemlos bei Umgebungstemperaturen von bis zu 400°C eingesetzt werden. 

Wenn es noch heißer hergeht und Kabelschuhe für besonders hohe Temperaturen erforderlich sind, beispielsweise im Heißlei-terbereich von Glüh- oder Heizöfen, ist man mit Rohrkabelschu-hen aus Nickel gut bedient. Diese vertragen Maximaltempera-turen von bis zu 650 °C.

Edelstahl- und Nickel-Rohrkabelschuhe sind für mehrdrähtige und feindrähtige Leiter der Klassen 2 und 5 geeignet, sowie für rundgedrückte Sektorleiter.

Für Kabelschuhe dieser resistenten Materialien empfehlen wir die Dornpressung, ebenso für die dazugehörigen Stoß-verbinder mit Mitteneindruck.


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