Die Kerbpressung: In der Anwendung altbewährt

Die Kerbpressung stellt die älteste und vermutlich auch die ursprünglich bekannteste Pressform im Bereich der Elektrotechnik dar. Bis heute wird sie im Schaltschrankbau bis 1 kV angewendet. Sie zeichnet sich durch eine starke punktuelle Verformung des Kabelschuhs aus. Allerdings eignet sie sich aus-schließlich für die Verarbeitung von Kupfer. Die starke punktuelle Verformung mag vielleicht auch der Grund sein, weshalb sie in Fachkreisen etwas in Verruf geraten ist und der landläufig etablierten Sechskantpressung mehr und mehr weichen muss. Zu Unrecht, wie wir finden.

Ein Allround-Talent in zwei Varianten

In der Praxis unterscheidet man zwei Arten von Kerbpressungen: Die klassische Kerb- und die Doppeldornpressung. Unsere Kerb-Werkzeuge ermöglichen Pressungen von Querschnitten bis 400 mm². Beide Varianten sind in gleicher Weise effektiv und in ihren Eigenschaften identisch. Bei allen Kerbpressungen handelt es sich immer um spezielle Verpressungen, die vor allem für fein- und feinstdrähtige Leiter geeignet sind, um dauerhafte und sichere Verbindungen herzustellen. Es können jedoch auch mehrdrähtige Leiter damit sicher verbunden werden.

Mit der Kerbpressung lässt sich ein großes Spektrum an Leitern verarbeiten: von mehrdrähtigen Kupferleitungen der Klasse 2 nach DIN EN 60228 bis zu fein- und feinstdrähtigen Typen der Klassen 5 und 6. Es muss natürlich darauf geachtet werden, dass der passende Kabelschuh zum Einsatz kommt. Aus technischer Sicht zeichnet sich die Kerbpressung vor allem durch ihren hohen Verdichtungsgrad aus. Bedenken Sie aber, dass die Kerbung eine hohe Materialbeanspruchung verursacht, die aus der großen Krafteinwirkung beim Verpressen resultiert. Daher ist es wichtig, dass hochwertige Verbindungsmaterialien angewendet werden und die Verbindung zugentlastet ausfällt. Die Anzahl der erforderlichen Kerbungen entspricht denen einer schmalen Sechskantpressung.

Nach wie vor Anwendbar

Zusammenfassend können wir sagen, dass die Kerbpressung eine normgerechte und sinnvolle Art der Verpressung ist – bei Querschnitten unter 6 mm² ohnehin, aber auch im Schalt-schrankbau bis 1 kV. Schließen Sie die Kerbung aus Ihrer Wahl des Pressverfahrens nicht von vornherein aus – zulässig ist sie allemal und effizient noch dazu.

Es bleibt aber unbestritten, dass die Akzeptanz der Kerbpressung in Fachkreisen nachgelassen hat. Deshalb sollte bei konkreten Projekten vorab mit dem Auftraggeber geklärt werden, ob dieser die Kerbung in seinen technischen Einrichtungen und Anlagen zulässt.


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