Die Dornpressung: für Kupfer und Aluminium

Die Dornpressung ist eine der wenigen Pressformen, bei denen keine querschnittsabhängigen Presseinsätze nötig sind. Somit kann zum Beispiel mit der Klauke EKM 60 ID ein Pressbereich von 10-240 mm² bei Kupfer und von 50-240 mm² bei Aluminium verarbeitet werden. Dies wird durch zwei technische Innovati-onen ermöglicht. Zum einen handelt es sich beim Hydraulikzylinder um einen einfach wirkenden 2-stufigen Teleskopzylinder. Bedingt durch die unterschiedlichen Kolbendurchmesser und die patentgeschützte Bauart der beiden Hydraulikzylinder bringt der Presskopf im Anfangsbereich durch den größeren Hydraulikzylinder die doppelte Kraft auf als zum Ende hin, wenn nur noch der kleinere Hydraulikzylinder wirkt. Somit werden die größeren Querschnitte mit einer größeren Kraft verarbeitet als die Kleineren. Dies garantiert, dass alle Querschnitte mit ausreichender Kraft verpresst werden und kleinere Querschnitte nicht durch zu große Kraft beschädigt werden. Zum anderen hat der Dorn eine spezielle Form, welche auf die jeweiligen Durchmesser der Querschnitte angepasst ist. 

Dies hat neben der Ersparnis der Einsätze einen weiteren Vorteil für den Anwender. Auch sehr stark ausgedünnte bzw. verdichtete Leiter können mit dieser Pressform ohne Probleme verarbeitet werden, da das Gerät erst abschaltet, nachdem die gewünschte Verdichtung erreicht ist. Es ist mit dieser Pressform möglich Rohrkabelschuhe, Rohrkabelschuhe für fein- und feinstdräh-tige Leiter, Quetschkabelschuhe und Aluminiumkabelschuhe zu verarbeiten. Zusätzlich ist es möglich mit dieser Pressform feindrähtige Leiter in den Rohrkabelschuhen zu verarbeiten. 

Die Anzahl der Pressungen bei den Rohrkabelschuhen und Alu-miniumkabelschuhen ist aufgrund der Eigenschaften gleich der Breitpressung. Bei der Verarbeitung von Aluminiumkabelschuhen muss darauf geachtet werden, dass das Werkzeug bei jeder Pressung um 180° versetzt angesetzt wird. Ansonsten kann es zu einer Verformung des Aluminiumkabelschuhs kommen. Bei den Quetschkabelschuhen muss immer einmal auf die Lötnaht gepresst werden. Bei Rohrkabelschuhen für feindrähtige Leiter muss bis 185 mm² einmal und ab 240 mm² zweimal gepresst werden.

Die Vorteile der Dornpressung im Überblick:

  • Sicher: Es ist kein Verwechseln oder falsches Zuordnen von Einsätzen möglich.
  • Flexibel: Die Pressform ist flexibel für unterschiedliche Leiterklassen einsetzbar und auch für ausgedünnte bzw. verdichtete Leiter hervorragend geeignet.
  • Sparsam: Es ist kein zusätzlicher Kauf von Einsätzen notwendig.

Die Dornpressung: für Kupfer und isolierte Materialien

Die Dornpressung wurde unter anderem für die Herstellung von Verbindungen mit Kabelschuhen nach DIN 46234 und Verbindern nach DIN 46341 Teil 1, Form A+B entwickelt, die wiederum für die Aufnahme von Leitungen der DIN EN 60228-Klassen 2, 5 und 6 geeignet sind. 

Um alle Leiterklassen problemlos fassen zu können, verfügen Kabelschuhe und Verbinder dieser Normen über einen großen Innendurchmesser. Dornpressungen verformen die einzelnen Litzen so, dass ein sehr guter elektrischer und mechanischer Kontakt entsteht.

Die Dornpressung ähnelt im Querschnitt der Form eines Halb-mondes. Diese Pressung wird auch als tiefwirkend bezeichnet, da die einzelnen Litzen beim Pressen gebündelt werden und sich nach außen hin verjüngen. Trotz des großen Innendurch-messers kann durch die mittig zentrierte Bündelung eine dauer-haft kompakte und sichere Verbindung gewährleistet werden.

Geeignet ist diese Pressform besonders für Rohrkabelschuhe,  Quetschkabelschuhe nach DIN 46234 mit und ohne Isolation und Kabelschuhe für feindrähtige Leiter.

Eigentlich zählt die Dornpressung zu den nicht genormten Pressformen – sie kommt aber dennoch bei genormten Kabelschuhen zum Einsatz. Deshalb gilt auch hier: Unbedingt auf zusammenpassende Materialien und Presswerkzeuge achten, da sonst die Gefahr besteht, dass einzelne Litzen abgequetscht werden und hierdurch eine Beeinträchtigung der mechanischen und elektrischen Eigenschaften entstehen kann.

Aus dem Klauke Programm:

> Presswerkzeuge

> Presseinsätze


Die Vierdornpressung: für Kupfer

Aus den USA hat die Vierdornpressung ihren Weg in den deutschen Schaltschrankbau gefunden. In diesem Bereich wird sie bis 1 kV eingesetzt. Aber auch bei anderen Verbindungen, beispielsweise in Antriebsaggregaten von Lokomotiven, konnte sie sich bereits bewähren. Diese Pressform eignet sich für Rohrkabelschuhe und Verbinder mit Querschnitten von 10 mm² bis 300 mm² in Kombination mit Leiterarten der DIN EN 60228-Klassen 2, 5 und 6.

Der Vorteil der Vierdornpressung gegenüber einer normalen Dornpressung liegt in der zentrischen Krafteinwirkung und in der einfachen Verarbeitung, für die keine unterschiedlichen Presseinsätze erforderlich sind. Sie können mit nur einem Presswerkzeug alle Größen im oben genannten Querschnitts-bereich verarbeiten – das ist äußerst praktisch. Die Qualität der Verpressung hängt somit vom Kraftaufwand und dem verwendeten Werkzeug ab. Allerdings eignet sich die Vierdornpressung nicht für isolierte Verbinder, da die Isolation durch die Dorne beschädigt werden könnte.


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