DIN-Presskabelschuh und Rohrkabelschuh – kennen Sie den Unterschied?

DIN-Presskabelschuhe und Rohrkabelschuhe sind für Elektrofachkräfte „alltägliche Gebrauchsgegenstände“ – schließlich handelt es sich bei diesen Varianten um zwei gebräuchliche Kabelschuhe für Kupferleiter. Doch kaum jemand weiß, was diese beiden Typen unterscheidet. Wir haben für Sie die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede kurz & knapp zusammengefasst:

Die Gemeinsamkeiten

Beide Ausführungen bestehen aus Elektrolyt-Kupfer, das aus Gründen des Oxidationsschutzes meistens galvanisch verzinnt ist. Beide Kabelschuharten sind jedoch auch als blanke Version verfügbar. Anhand von Beschriftungen im Flanschbereich (Bild 1) lassen sich bei beiden wesentlichen Informationen zu Herkunft und Querschnitt ablesen. 

Die Unterschiede

Bei Presskabelschuhen nach DIN 46235 sind Anwendungsbereiche, Abmessungen und die Kennzeichnung normativ vorgegeben. So erlaubt die Norm die Verwendung dieser Kabelschuhe für die Pressverbindung von ein-, mehr-, fein- und feinstdrähtigen Kupferleitern beispielsweise für Leiter der Klassen 1, 2, 5 und 6 nach VDE 0295. Auch umflochtene Rundseile aus Kupfer nach DIN 46440 können mit diesem Kabelschuh verarbeitet werden. Der markanteste äußerliche Unterschied zum Rohrkabelschuh sind die Pressmarkierungen. Diese Markierungen auf dem Rohr des Presskabelschuhs geben die Anzahl und Breite der Pressung an. Hier wird zwischen Breit- und Schmalpressung unterschieden. Des Weiteren befindet sich auf dem Flansch eine eingeprägte Kennziffer. Diese Kennziffer befindet sich auch auf den Einsätzen nach DIN 48083 Teil 4 und erleichtert die richtige Zuordnung des Presseinsatzes (Bild 2).

Rohrkabelschuhe unterscheiden sich vor allem aufgrund ihrer Abmessungen von den DIN-Presskabelschuhen – in der Regel sind sie kürzer. Dies spart Kupfer und somit Anschaffungskosten. Der Nachteil ist, dass verschiedene Modelle für die verschiedenen Leiterklassen benötigt werden. Dies ist herstellerabhängig und deshalb sollte vor jeder Verpressung überprüft werden, welcher Rohrkabelschuh für den vorhandenen Leiter der Richtige ist. Klauke unterteilt zum Beispiel in Rohrkabelschuhe für massive Leiter, Rohrkabelschuhe für mehrdrähtige Leiter und Rohrkabelschuhe für fein- und feinstdrähtige Leiter. 

Die Verarbeitung

Für die Verarbeitung von Kabelschuhen nach DIN 46235 empfiehlt die Norm Sechskantpresseinsätze mit den Innenmaßen entsprechend der DIN 48083 Teil 4, dies ist jedoch keine Verpflichtung. Diese findet auch am häufigsten Verwendung in der Praxis. Klauke empfiehlt ausschließlich die Sechskantpressung nach DIN 48083 Teil 4 (Bild 3). 

Bei der Verarbeitung von Rohrkabelschuhen sind die Werkzeugempfehlungen des Herstellers zu beachten. Hier gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Pressformen, die gängigsten sind Sechskant- und Dornpressungen (Bild 4). Bei Klauke finden Sie die entsprechenden Hinweise in den Bestellseiten und im technischen Anhang des Katalogs.

Die Leiter-Nennquerschnitte bei DIN Kabelschuhen reichen von 6 bis 1000 mm2, bei Rohrkabelschuhen von 0,5 bis 630 mm2. Die Durchmesser für die Anschlussbolzen sind bei DIN Presskabelschuhen geeignet für M5 bis M20, bei Rohrkabelschuhen von M3 bis M20 geeignet.